Lernortübergreifende Erfahrungsräume für gemeinwohlorientiertes Leben und Wirtschaften
Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Wie können wir wirtschaften, ohne Mensch und Umwelt auszubeuten? Wie gestalten wir eine Gesellschaft, die Solidarität statt Konkurrenz in den Mittelpunkt stellt?
Diese Fragen stellen sich heute viele, insbesondere junge Menschen. Die Antworten darauf werden längst praktisch erprobt: in Kollektivstrukturen.
Kollektivstrukturen sind Organisationsformen, die von den Bedürfnissen ihrer Mitglieder ausgehen, demokratisch organisiert sind und gemeinwohlorientiert statt profitmaximierend wirtschaften. Sie bieten Perspektiven für selbstbestimmte, solidarische und gleichberechtigte Formen des Zusammenlebens und Arbeitens.
In solchen Projekten zeigen Menschen täglich, dass bedürfnisorientiertes, demokratisch organisiertes, gemeinwohlorientiertes Leben und Wirtschaften funktioniert. Die Verbreitung und der Bekanntheitsgrad dieser Alternativen sind aber meist gering. Insbesondere im formalen Bildungssystem spielen sie kaum eine Rolle.
Wir bringen Kollektivstrukturen als non-formale und bisher kaum systematisch erschlossene Lernorte mit formalen Lernorten - insbesondere Schulen und Horten - zusammen. Durch Open Educational Practices und unter Nutzung von Open Educational Resources schaffen wir neue und lernortübergreifende Erfahrungsräume für gemeinwohlorientiertes Leben und demokratisches Wirtschaften. Wir ermutigen in diesem Prozess insbesondere Schüler*innen zur Gestaltung solidarischer Zukünfte!
Wir möchten in diesem Projekt individuelle und übergreifende Erfahrungsräume schaffen, in denen vielfältige Lernprozesse durch das innovative Zusammenbringen von Lernorten aus dem formalem Bildungssystem mit den non-formalen Lernorten der Kollektivstrukturen entfaltet werden. Insbesondere haben wir diese Formate vor:
Eine Präsenzveranstaltung, bei der Aktive aus Kollektivstrukturen gemeinsam mit Lernenden und Lehrenden aus Schulen und Horten Ideen für wünschenswerte Zukünfte entwickeln. Bereits bestehende Ansätze werden kennengelernt, reflektiert und weiterentwickelt.
Mehrteilige Online-Formate mit Impulsen zu Kollektivstrukturen. Die Aufzeichnungen stehen als Open Educational Resources (OER) zur Verfügung und können asynchron zum Lernen genutzt werden.
Eine Art erweiterte Praktikabörse, die individuelles Lernen und Erkunden für Schüler*innen in Kollektivstrukturen ermöglicht – besonders in Kollektivbetrieben.
Eine offene Präsenzveranstaltung, bei der Erfahrungen aus dem Projekt zusammengetragen und als OER gesichert werden.
Lernende und Lehrende in Schulen und Horten erhalten Zugang zu Erfahrungsräumen und alternativen Denkweisen. Die entstehenden Materialien können direkt im formalen Bildungssystem weitergenutzt werden – z.B. im Bereich Wirtschaft, Sozialkunde oder bei der Berufsorientierung.
Aktive und Beschäftigte in Kollektivstrukturen, die mögliche alternative Zukünfte schon heute praktisch leben, können ihr Wissen systematisch aufbereiten und offen teilen. Sie gewinnen gesellschaftliche Sichtbarkeit und zukünftige Bündnispartner*innen.
Das eBildungslabor bringt pädagogische Expertise, bundesweite Vernetzung in Schulen und der OER-Community sowie Erfahrung in der Gestaltung offener Bildungspraktiken ein.
Der Verein Senselab e.V. verfügt über umfangreiche Praxiserfahrung in Kollektivstrukturen – insbesondere in Kollektivbetrieben, Wohnprojekten und gemeinwohlorientierten Tech-Initiativen – und ist bundesweit in der Kollektivszene vernetzt.